Philosophie Convent

Philosophie und Metaphysik

Die Menschheitsgeschichte auf unserem Heimatplaneten Erde entwickelt sich seit ihrem historischen Anbeginn immer weiter, und die Philosophie gibt uns seit Jahrtausenden weise Erkenntnisse preis, auch um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen. Diesen ethischen Wert können wir alltäglich beherzigen, doch wenn es an der allgemeinen seelischen Gesundheit mangelt, kann dies zu Hass, Gewalt und Zerstörung führen - die Betrachtung der Geschichtsbücher oder Tagesnachrichten unterstreicht diese Feststellung.

Du und Ich können sich verbunden fühlen trotz Distanz, doch das herzliche Mitgefühl empfinden diejenigen nicht, die innerlich im Konflikt sind. Die religiösen Auseinandersetzungen sind nur ein trauriges Beispiel für inneren Unfrieden, der kein wirkliches Miteinander möglich macht. Der Priester und Emmaus-Gründer Abbé Pierre äußert sich von daher zu Recht: „Worauf es heute ankommt, ist nicht der Unterschied zwischen Gläubigen und Ungläubigen, sondern zwischen Menschen mit Herz und denen ohne Herz.“

Um das menschliche Leben wesentlich zu verbessern, können wir die Philosophie mit ins Boot holen. Durch ihre ganzheitliche Sicht betrachtet die Mutter der Wissenschaften die These, die Antithese und die Synthese, um verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen. Sie zeichnet sich durch eine umfassende Vorgehensweise aus, um erkenntnisreiche Lösungen zu erarbeiten, und beleuchtet dafür alle Facetten der Existenz, die nicht nur rational sind, denn zum Leben an sich zählen auch intuitive und kreative Elemente.

Um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen, gibt die Philosophie auch Hinweise auf die Ewigkeit, denn sie deutet auf die Kunst des Lebens hin, die mit der Kunst des Liebens einhergeht. Das Bedürfnis, wirklich leben zu lernen, bedeutet lieben zu lernen, und die metaphysische Grunddisziplin der Philosophie ist das Mikroskop der Existenz, welches deutlich macht, wie wir uns seelisch läutern können und völlige Selbsterkenntnis erlangen, um uns selbst ein Licht zu sein, das keine Schatten wirft in die psychologische Zeit.

Im Buch Politeia (Der Staat), welches bis heute ein wirkungsreiches Werk der abendländischen Philosophie ist, bemerkt Platon: „So stelle dir denn dasselbe auch bei der Seele vor. Wenn sie sich auf das richtet, worauf die Wahrheit herabscheint und das Seiende, so sieht sie es auf einmal ein und erkennt es nun, und es zeigt sich, daß sie Einsicht hat. Richtet sie sich aber auf das, was mit Finsternis vermischt ist, auf das Werdende und Vergehende, so meint sie nur, wird schwachsinnig und ändert ihre Meinungen hin und her.“